Vitalay Jasmin Eistee: kalter Aufguss, echte Blüte, HPP
Hinter dem Vitalay Jasmin Eistee: zwölf Stunden kalter Aufguss, ein Jasmin-Grüntee mit echten Blüten, stabilisiert durch HPP. So entsteht dieses klare, blumige Profil.
Von Ciprian

Die Jasminblüte parfümiert den Tee in China seit Jahrhunderten. Das Verfahren ist handwerklich: Die Grünteeblätter werden während des Trocknens neben frische Jasminblüten gelegt, manchmal mehrere Nächte hintereinander, bis die Blätter das blumige Aroma aufnehmen. Das ist kein chemischer Zusatz. Es ist eine Trocknungstechnik.
Genau diesen Jasmin-Grüntee – mit seinen während der Produktion eingebundenen Blüten – verwenden wir bei Vitalay für unseren Jasmin Eistee. Und es ist der kalte Aufguss, der zeigt, was diese Teesorte zu bieten hat.
Warum Jasmin und Cold Brew zusammengehören
Jasmin ist eine aromatisch flüchtige Blüte. Seine wichtigsten Duftstoffe – Linalool, Benzylacetat, Indol – sind genau jene Moleküle, die Hitze als Erstes abbaut. Ein heisser Aufguss bei 85–90 °C extrahiert den Tee effizient, setzt diese Verbindungen aber einem thermischen Stress aus, der sie reduziert oder verändert. Das Resultat ist ein "schwerer" Jasmin, im Mund manchmal leicht künstlich.
Der Cold Brew – kalter Aufguss während zwölf Stunden bei tiefer Temperatur – extrahiert ganz anders. Die Kinetik ist langsam. Die flüchtigen Moleküle haben Zeit, in Lösung zu gehen, ohne von der Hitze abgebaut zu werden. Was man am Ende des Aufgusses erhält, ist ein präziserer, feinerer Jasmin, ohne die "gekochte" Note mancher industrieller Jasmintees.
Das ist eine Frage der Extraktionschemie. Kein Marketing.
Was in die Flasche kommt
Die Zusammensetzung des Vitalay Jasmin Eistees ist bewusst einfach: Jasmin-Grüntee, Wasser, eine kontrollierte Menge Zucker. Kein zugesetztes Jasminaroma. Kein Farbstoff. Kein synthetischer Zusatzstoff.
Die Auswahl des Jasmin-Grüntees ist der entscheidendste Schritt. Wir arbeiten mit Blättern, deren Blüten nach traditioneller Methode beim Trocknen eingebunden wurden – und nicht mit "jasminaromatisierten" Tees, bei denen das Aroma nach der Produktion auf die Blätter gesprüht wird. Der Unterschied beim Aufguss ist deutlich: Die erste Methode ergibt eine integrierte, anhaltende blumige Note, die zweite oft ein intensiveres Aroma beim Öffnen, das aber rasch verfliegt.
Die Ziehzeit: zwölf Stunden, nicht weniger
Wir giessen den Jasmin-Grüntee zwölf Stunden lang kalt auf. Das ist keine willkürliche Zahl. Unter acht Stunden ist die Extraktion unvollständig: Das Profil ist wässrig, die Tannine schlecht entwickelt, das Jasminaroma zu zurückhaltend. Über sechzehn Stunden beginnen sich die Tannine stärker zu lösen, was eine leichte Restbitterkeit ergibt.
Das Zwölf-Stunden-Fenster ergibt ein Gleichgewicht: genug Körper und Tannin, damit das Getränk im Mund Bestand hat, und wenig genug Adstringenz, um erfrischend und leicht zu bleiben. Genau dieses Profil – klar, blumig, leicht süss, trockener Abgang – wollten wir in die Flasche bringen.
Zwölf Stunden Aufguss binden Tankfläche, Kühllogistik und Produktionszeit, die eine industrielle Heissfertigung (zwanzig Minuten Aufguss) nicht verlangt. Das ist einer der Gründe für den höheren Selbstkostenpreis eines handwerklichen Eistees.
Die Rolle des Zuckers
Der Jasmin Eistee enthält Zucker – eine bewusst massvolle Menge. Der kalt aufgegossene Jasmin hat eine natürliche Süsse, doch ohne Zucker wäre das Profil zu trocken, um aus der Flasche angenehm trinkbar zu sein. Wir suchen einen Ausgleichspunkt: Die Süsse trägt den Jasmin, ohne ihn zu überdecken, und bleibt deutlich unter den Werten der Eistees aus dem Detailhandel (8–12 g pro 100 ml).
Unsere Eistees sind so rezeptiert, dass der Zucker massvoll bleibt. Zucker ist ein Aromaträger, nicht die geschmackliche Signatur des Produkts. Für einen genauen Vergleich mit industriellen Eistees beschreibt der Artikel Handwerklicher Eistee aus der Schweiz die Unterschiede in der Zusammensetzung Punkt für Punkt.
Die Stabilisierung: HPP nach dem kalten Aufguss
Sobald der Aufguss beendet, filtriert und rezeptiert ist, werden die Flaschen versiegelt und gehen in die HPP (Hochdruck bei Kälte). Der Druckbehälter steigt für einige Minuten auf 600 Megapascal bei 4–8 °C. Allfällige Krankheitserreger werden inaktiviert. Das Aromaprofil hingegen erfährt keine Hitze.
Das ist die Stimmigkeit des Prozesses: zwölf Stunden kalt aufgiessen, um die flüchtigen Verbindungen des Jasmins zu bewahren, dann kalt stabilisieren, um sie in der Flasche zu erhalten. Eine thermische Pasteurisation nach einem kalten Aufguss wäre widersprüchlich – man würde bei 80 °C abbauen, was man zwölf Stunden lang geschützt hat.
Um HPP im Detail zu verstehen – Funktionsweise und Grenzen – haben wir einen vollständigen technischen Artikel veröffentlicht: Was ist HPP und warum Vitalay es einsetzt.
Was im Glas ankommt
Der Jasmin Eistee, zwischen 6 und 10 °C serviert, hat ein deutlich anderes Profil als ein klassischer Jasmin-Eistee. Drei ab dem ersten Schluck spürbare Unterschiede:
Die Klarheit der blumigen Note. Der Jasmin ist da, präzise, ohne aufdringlich zu sein. Er riecht nicht nach dem "Jasminaroma" industrieller Tees – jener oft etwas schweren, betäubenden Note. Er riecht nach aufgegossenem Jasmin, zurückhaltender und ehrlicher.
Das Fehlen einer bitteren Grundnote. Ein heiss aufgegossener Tee hat fast immer eine leichte bittere Basis, selbst gut dosiert. Der kalte Aufguss verringert diese bittere Grundnote spürbar. Der Abgang ist trocken, aber sauber, ohne unangenehme Restadstringenz.
Die Länge im Mund. Die Aromastoffe des Cold Brew, konzentrierter und nicht abgebaut, halten einige Sekunden nach dem Schluck an. Das nennt man aromatische Persistenz – das ist keine Schwere, sondern schlicht, dass das Profil bis zum Schluss da ist.
Im Service: Temperatur und Begleitung
Für einen optimalen Service zwischen 6 und 10 °C. Unter 5 °C werden die blumigen Aromen von der Kälte überdeckt – das Getränk verliert an Komplexität. Über 12–13 °C wird der Zucker stärker wahrnehmbar und der Jasmin runder.
In der Gastronomie passt der Jasmin Eistee gut zu leichten Vorspeisen (Rohkost, Zitrussalate, Fisch-Tatars), asiatischen Gerichten (Teppanyaki, Sushi, leichte thailändische Küche) und blumigen Desserts (Panna cotta, Blütensorbets). Für eine Restaurantkarte, die eine alkoholfreie Alternative mit Charakter sucht, ist das eine Wahl, die wir empfehlen – die B2B-Bezugsbedingungen stehen auf unserer Seite für Fachkunden.
Im Vergleich zum Marokkanischen Eistee
Spielt der Jasmin die blumige, feine Karte, ist der Marokkanische Eistee sein direkteres, pflanzlicheres Gegenstück: frische Minze auf Grüntee-Basis, schärferes Profil, weniger blumig, an heissen Tagen erfrischender. Beide teilen dasselbe Herstellungsverfahren (kalter Aufguss + HPP), richten sich aber an leicht unterschiedliche Konsummomente.
Der Jasmin eignet sich besser für den Service am Tisch, als Speisenbegleitung. Der Marokkanische passt eher zum Konsum im Stehen, zwischen zwei Gängen oder auf der Terrasse. Diese Unterscheidung kann die Wahl einer F&B-Verantwortlichen leiten, die ihre alkoholfreie Getränkekarte strukturiert.
Ein Getränk mit Saison
Der Jasmin Eistee wird das ganze Jahr produziert, doch sein Profil passt besonders zu Frühling und Sommer. Die blumige Frische des Jasmins antwortet gut auf die Hitze. Im Herbst und Winter mag seine feine Art weniger verankert wirken – dann kann der Zitronen Eistee mit seinem robusteren Schwarztee in der Karte übernehmen.
Bei Vitalay denken wir unser Sortiment als ein nach Saison und Anlass durchdachtes Ganzes – nicht als Sammlung austauschbarer Produkte. Der Jasmin hat seinen Platz, der Marokkanische den seinen. Die Limonade wiederum ist ein eigenständiges Produkt, nicht mit den Eistees zu verwechseln.
Weiterführend
- Jasmin Eistee – das vollständige Produktblatt mit Zusammensetzung und Verfügbarkeit
- Marokkanischer Eistee – um das Minze-Profil mit dem Jasmin-Profil zu vergleichen
- Was ist HPP und warum Vitalay es einsetzt – das Stabilisierungsverfahren im Detail
- Handwerklicher Eistee aus der Schweiz – der Vergleich mit industriellen Eistees
- Vitalay Angebot für Fachkunden – Formate und B2B-Konditionen für Restaurants und Bars
Häufige Fragen
- Welche Jasminblüten stecken im Vitalay Jasmin Eistee?
- Der Vitalay Jasmin Eistee entsteht aus einem Jasmin-Grüntee, dessen Blüten beim Trocknen der Blätter eingebunden wurden – kein nachträglich zugesetztes Aroma. Die Jasminblüte parfümiert das Blatt direkt während des traditionellen Trocknungsprozesses, was dem Aufguss seine feine blumige Note verleiht statt eines synthetischen Aromas.
- Warum den Jasmin kalt statt heiss aufgiessen?
- Der kalte Aufguss extrahiert die Aromastoffe des Jasmins anders: Die blumigen und leicht süssen Noten bleiben stärker erhalten, während Bitterkeit und Adstringenz der Tannine im Hintergrund bleiben. Ein heiss aufgegossener Jasmintee hat mehr Bitterkeit und ein schwereres Profil. Der kalte Aufguss dauert zwölf Stunden, ergibt aber ein deutlich feineres Resultat.
- Enthält der Vitalay Jasmin Eistee künstliche Aromen?
- Nein. Das Aromaprofil des Jasmin Eistees stammt ausschliesslich aus dem verwendeten Jasmin-Grüntee. Es wird kein Jasminaroma – weder natürlich noch künstlich – nach dem Aufguss zugesetzt. Die Zutatenliste ist kurz und lesbar.
- Wie bewahre ich den Vitalay Jasmin Eistee auf?
- Die Flasche gehört in den Kühlschrank, mit intakter Kühlkette. HPP stabilisiert das Produkt, ohne es zu sterilisieren – es ist keine lange haltbare Konserve. Das Verbrauchsdatum steht auf jeder Flasche. Einmal geöffnet, innert 24 bis 48 Stunden konsumieren.
- Ist der Vitalay Jasmin Eistee für Restaurants und Bars erhältlich?
- Ja. Der Jasmin Eistee ist im B2B-Gebinde erhältlich, im Karton zu 16 Flaschen. Er gehört zu unserem Angebot für Restaurants, Bars und Hotels in der Schweiz. Konditionen und Formate stehen auf unserer Seite für Fachkunden.
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